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Selber Bier brauen – Wo fange ich denn an?

Braukessel mit Hopfenpellets und geschrotetem Röstmalz

Wir sagen: Wer gutes Bier trinken kann, der kann es auch brauen.
Der Grundstein fürs Selberbrauen ist Bier und die verschiedenen Bierstile bewusst zu geniessen. Wer an diesem Punkt ist, ist schon nah dran, das Selberbrauen für sich zu entdecken. Aus Neugier kommen erste Fragen auf: “Wie braut man genau?”, “Was gibt es für Zutaten?”, “Kann ich das auch zu Hause?”… Übers Bierbrauen gibt es sehr viel zu erfahren, zu schmecken, zu riechen, zu verstehen. Das macht es zu einem einzigartigen Hobby. Mit dem Hobbybrauen zuhause fängt man aber nicht einfach mal so an, man muss sich schon etwas darauf einlassen. Das soll jetzt nicht abschrecken, im Gegenteil. Es soll ermutigen. Denn wir wollen, dass mehr zuhause gebraut wird!

Deshalb zur Orientierung, aus unserer Sicht sinnvolle erste Schritte:

  1. Suche ersten Kontakt zu Hobbybrauern

    Stammtische, Treffen oder Hobbybrauer-Verkostungen z.B. auf Bierfestivals gibt es in fast jeder größeren Stadt. Man kann auch in lokalen Bierspezialitätenläden nachfragen, wo was geht. Und: Jeder kleine (Craft)Brauer war auch mal Hobbybrauer.
    Erwarte nicht, dass man nach einem Hobbybrauertreffen einen kompletten Masterplan zum Brauen in der Tasche hast. Sondern: Erste Kontakte zu Gleichgesinnten, Austausch und vor allem Spaß. Das wirkt wie ein Katalysator, der einen vom Interessierten zum Ambitionierten macht.

  2. Schau jemandem beim Brauen über die Schulter

    Keiner im Bekanntenkreis der schon braut? In Foren und sozialen Netzwerken sind dutzende Hobbybrauer unterwegs, die gerne mal zu einem Brautag einladen. Hobbybrauer sind äußerst gastfreundlich und aufgeschlossen. Mindestens genauso gut ist der klassische Braukurs. Der Vorteil daran ist, einmal von Anfang bis Ende alles gesehen zu haben. Dabei bleibt zehnmal mehr hängen, als man sich im Internet oder Büchern anlesen und ansehen kann.
    Vor allem hat man schonmal erste Anhaltspunkte zum Brauequipment gesammelt!

  3. Kauf dir ein Buch zum Brauen oder stöbere im Netz

    Sich selbst weiter in die Materie einzuarbeiten ist spannend. Und das geht auch ohne Braukurs oder einschlägige Erfahrungen. Wenn man weiss wo man welche Information findet, ist das schon die halbe Miete. Sei es in einem Buch, oder auf einer Website mit einer Brauanleitung. ALs Buch für den Einstieg empfehlen wir “Craftbier einfach selber Brauen” oder für Fortgeschrittene “Bier Brauen”. Eine sehr gute Brauanleitung, findet man übrigens hier (Brauanleitung.de).
    Das Brauen ist so vielfältig, dass man sich nach und nach – und bis in endlose Tiefen – einarbeiten kann. Und dabei hat jeder seine eigenen Interessen und Schwerpunkte. Verschiedene Brauverfahren, Hopfensorten und Aromen, oder spezielles Zubehör. Für Alles gibt es unzählige Ressourcen. Zu diesem Schritt gehört auch die Erkenntnis: Jeder braut anders. Und das ist auch gut so!

  4. Stell dir ein Brauequipment zusammen

    Der Markt ist riesig und die hunderten unterschiedlichen Brauanlagen können einen Einsteiger ziemlich verwirren. Sie zeigen aber auch, dass man mit nahezu allem Bier brauen kann. Um es vereinfacht zu sagen reicht ein Topf, etwas zum Läutern (Läuterbottich oder Läuterschlauch) und ein Gärfass im Großen und Ganzen aus! Die anderen Kleinteile kriegt man schon noch zusammen, wenn man erstmal die wichtigsten Dinge beisammen hat. Wenn man jemanden kennt der braut, kann man vielleicht auch was ausleihen. Hier noch eine beispielhalfte Brauutensilienliste (Brauanleitung.de) für das Brauen von 20 Litern in einem Einkocher. Der Klassiker.

  5. Suche Rezepte für das Bierbrauen

    Und damit geht das Vergnügen eigentlich erst richtig los. Denn jetzt ist man selbst der Braumeister, und entscheidet welches Bier gemacht wird. Besonders am Anfang machen fertige Mischungen mit allen Zutaten viel Sinn. Weil die Mengen und Rezeptangaben in sich schlüssig sind, und “Anfängerfehlerquellen” so gut es geht ausgeschlossen sind. Man kann sich auch an veröffentlichte Rezepte auf verschiedenen Rezeptplattformen halten. Dann sollte man aber nochmal genauer gucken, ob die Zutatenmengen und Angaben im Rezept zum eigenen Vorgehen und zum Equipment passen. Passt die Menge an Brauwasser? Passt die Bitterung durch die Hopfengaben? Besonderheiten in der Gärung? etc. Auch da helfen andere Hobbybrauer bei Stammtischen oder in Foren immer gerne weiter.

  6. Und last but not least: Hab Geduld!

    Nach all der Energie und auch dem Geld das man reingesteckt hat die vielleicht härteste Probe: Bier braucht Zeit!
    Aber es lohnt sich tausendfach! Das Brauen und die damit verbundene “Arbeit” machen extrem viel Spaß, sind faszinierend und inspirierend. Und am Ende muss man einfach sagen: Probiert es aus… und Cheers!